Beziehungsgewalt

Definition Beziehungsgewalt

Beziehungsgewalt liegt vor, wenn Personen innerhalb einer bestehenden oder aufgelösten partnerschaftlichen Beziehung physische, psychische oder sexuelle Gewalt ausüben oder dieses androhen.

Formen der Gewalt

Formen der Gewalt sind physische (auch Gewalt gegen Objekte und Sachzerstörung), psychische sowie sexuelle Handlungen gegen Menschen. Zum Tragen kommt in diesem Kontext auch ökonomische Gewalt (die Herstellung und Aufrechterhaltung einer ökonomischen Abhängigkeit) und soziale Gewalt (Opfer sozial isolieren, Kontrolle über externe Kontakte usw.)

Beziehungsmuster/Gewaltmuster

In der Forschung und Literatur werden in der Regel zwei Arten von Gewaltmustern unterschieden:

1. Situative Paargewalt – Situativ übergriffiges Konfliktverhalten
Hierbei eskalieren situativ Konflikte auf eine Art, dass ein oder oft auch beide Partner grenzverletzend, übergriffig oder gewalttätig werden. Situative Paargewalt wird in ähnlichen Anteilen sowohl von Frauen als auch Männern ausgeübt.

2. Intimate terrorism – systematisches Gewalt- und Kontrollverhalten
Intimate terrorism ist ein bewusstes oder unbewusstes Gewaltmuster von unterschiedlichen kontrollierenden Verhaltensweisen, die sich darauf ausrichten, die Beziehung und das Gegenüber zu bestimmen, in der Selbstbestimmung einzuschränken und eigene Dominanzansprüche durchzusetzen. Die Unabhängigkeit, das Selbstvertrauen und die Handlungsspielräume des Gegenübers werden verringert, Abhängigkeiten werden aufgebaut und verfestigt. Nicht einzelne Gewaltausbrüche stehen im Mittelpunkt, sondern ein Gesamtverhaltensmuster, das machtmissbrauchend ist. Wiederholte körperliche Gewalt ist eine unter anderen Verhaltensweisen, muss jedoch nicht eingesetzt werden. In der Regel steigert sich die Gewalt und kann über Jahre anhalten. Diese Form vom Gewalt wird hauptsächlich von Männern ausgeübt.