Beziehungsgewalt

Beziehungsgewalt liegt vor, wenn Personen innerhalb einer bestehenden oder aufgelösten partnerschaftlichen Beziehung physische, psychische oder sexuelle Gewalt ausüben oder dieses androhen.

Was Gewalt ist und was nicht, ist nicht immer ganz klar. Wie und warum es zu gewalttätigen Handlungen kommt kann sehr unterschiedlich sein. Generell wird jedoch zwischen zwei Gewaltmustern unterschieden: situativ eskalierende Paargewalt und ,,intimate terrorism“.

Bei situativ eskalierender Paargewalt eskalieren Konflikte in bestimmten Situationen so, dass beide Partner grenzverletzend, übergriffig oder gewalttätig werden. Wenn die Gewalt eindeutig nur von einer Seite ausgeht und es z.B. vor der Gewalt gar keinen Streit gab, dann spricht man von ,,intimate terrorism“ (vgl. Sachbericht Neue Wege 2021, Kapitel 2).

Gewalt in Beziehungen ist sehr weit verbreitet und kommt in allen Altersstufen, Kulturen und sozialen Schichten vor, unabhängig vom Geschlecht, Bildungsniveau, Einkommen, gesellschaftlichen Status oder der Herkunft der Betroffenen.

Gewalttätiges Verhalten in Partnerschaften bringt großes individuelles Leid für die Betroffenen mit sich und verursacht seelische Schädigungen, die kurz oder langfristig zur Entwicklung von psychischen Störungen führen können. Dies gilt insbesondere auch für Kinder, die direkt oder indirekt Zeuge der Gewalt ihrer Bezugspersonen sind.

Gewalt in Paarbeziehungen verstößt gegen das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit, durch das die physische und psychische Gesundheit eines jeden Menschen geschützt wird.

Einen Ausweg aus dem oftmals immer wiederkehrenden Kreislauf aus Gewalt, Reue, Versöhnung, Hoffnung und erneuter Gewalt zu finden, ist schwer – aber möglich.

Formen der Gewalt

  • beschimpfen, bedrohen, einschüchtern, erniedrigen oder abwerten
  • verfolgen, belästigen oder auflauern
  • schlagen, treten, würgen oder Gegenstände nachwerfen
  • zu sexuellen Handlungen zwingen
  • einsperren
  • Kontakte zur Familie und zu Freunden kontrollieren oder verbieten
  • finanzielle Kontrolle (z. B.:kein Haushaltsgeld geben oder den Lohn wegnehmen)